Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in der westlichen Welt die häufigste Ursache für den Verlust des Sehvermögens bei Menschen über 50 Jahren. Auch in Drittweltländern rangiert die AMD unter den zehn relevantesten Augenkrankheiten. Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit, an der AMD zu erkranken, rasch zu: Zwischen 65 und 74 Jahren leidet jeder Zehnte, zwischen 75 und 84 sogar jeder Dritte unter der AMD. Auch genetische Faktoren spielen bei der Entstehung der AMD eine Rolle und Rauchen steht bei den beeinflussbaren Risikofaktoren an vorderster Stelle.
Es gibt verschiedene Formen und Stadien der AMD. Die wichtigste Unterteilung ist in die trockene und die feuchte Form. Diese Formen können gleichzeitig auftreten oder aus einer trockenen kann sich eine feuchte AMD entwickeln. Die feuchte AMD verläuft aggressiver, schneller und folgenschwerer. Obwohl die trockene Form 85 – 90 % der AMD-Fälle ausmacht, trägt die feuchte Form zu 90 % der schweren Sehbehinderungen durch AMD bei. Nur die feuchte AMD kann heute auch behandelt werden – wenn sie früh genug erkannt wird.
Degeneration von Gewebe ist ein typischer Alterungsprozess. Eine Makuladegeneration beginnt mit Ablagerungen in der Bruch'schen Membran. Dieses Stadium wird trockene Makulopathie genannt.
Aus dieser Frühform kann sich schleichend die trockene AMD entwickeln. Die Schädigung der Makula zu diesem Zeitpunkt führt zu einer Beeinträchtigung, jedoch nicht zum Verlust des Sehvermögens im zentralen Gesichtsfeld. Bei der feuchten AMD bilden sich darüber hinaus in den unteren Schichten abnorme Blutgefässe, die die nicht mehr intakte Bruch'sche Membran durchdringen. Dadurch beginnt sich die Retina zu wölben und die Betroffenen sehen verzerrte Linien.
Die abnormen Blutgefässe sind durchlässig und laufen aus. Blut und Flüssigkeit dringen bis in die Retina. Dadurch wölbt sich die Retina weiter auf und das Sehvermögen im zentralen Bereich des Gesichtsfelds verschlechtert sich in der Regel rasch: Die Folge für den Betroffenen sind zunehmende Verzerrungen und Unschärfe, Kontrastverlust und Blendempfindlichkeit – bis hin zum gänzlichen Verlust des zentralen Gesichtsfelds (blinder Fleck = Skotom). Die Flüssigkeitsansammlung führt zur Bildung von Ödemen (übermässige Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) und schlussendlich zu Narbengewebe, welches die Makula zerstört.
Der Erfolg einer Therapie wird massgeblich durch den Zustand der Netzhaut des Patienten bei Behandlungsbeginn bestimmt. Früherkennung ist massgeblich für den Therapieerfolg!